Unterhaltsamer Festakt mit kurzen Reden und viel Kulturprogramm

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Mit einem Festakt feierten die Bürgerinnen und Bürger in Flörsheim-Dalsheim das 1250. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung ihrer Doppelgemeinde. Aus dem Jahr 766 ist die Schenkung von rund einem Hektar Ackerland in der Gemarkung Dalsheim an das Kloster Lorsch dokumentiert. Und wenn auch der Name des heutigen Ortsteils Nieder-Flörsheim erst zwei Jahre später in den historischen Unterlagen genannt wird, so spricht es nach Ansicht von Ortsbürgermeister Volker Henn für das gewachsene Gemeinschaftsgefühl in Flörsheim-Dalsheim, dass es über das Datum der Feier selbstverständlich keinerlei Diskussionen gab.

In der voll besetzten Sporthalle der Realschule plus konnte Volker Henn neben beachtlichen 109 aktiven Mitwirkenden und rund 50 Helferinnen und Helfern auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter die Bundestagsabgeordneten Marcus Held und Jan Metzler, die Landtagsabgeordnete Kathrin Anklamm-Trapp, Kreishandwerksmeister Bernd Kiefer und die Vertreter der Sponsoren der Festveranstaltung. Der Ortsbürgermeister lobte das großartige ehrenamtliche und kulturelle Engagement in der Gemeinde und dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben, aber auch dem Arbeitskreis, der über mehrere Jahre mit großem Einsatz die vielen Fotos und Geschichten für das Heimatbuch zusammengetragen hat.

In seinem Grußwort erinnerte VG-Bürgermeister Ralph Bothe an den jungen Dalsheimer Philip Diehl, der 1868 auf der Suche nach einem besseren und freieren Leben nach New York ausgewandert war und später als Leiter der Entwicklungsabteilung der Firma Singer die elektrische Nähmaschine erfunden hat. Bothe lobte die Entwicklung, welche Flörsheim-Dalsheim und Rheinhessen seither genommen haben. „Heute muss niemand mehr auswandern, um seine Träume zu verwirklichen.“, so der Bürgermeister, „Fleißige und kreative Menschen finden heute in unserer Verbandsgemeinde beste Voraussetzungen vor.“

Landrat Ernst-Walter Görisch überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und lobte ebenfalls die bemerkenswerte Entwicklung der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim in den letzten Jahrzehnten. Besonders das ausgeprägte und aktive Vereinsleben trage zu einer intakten Dorfgemeinschaft und zu einer hohen Lebensqualität bei. Als Gastgeschenk will der Landrat für das kommende Neubaugebiet „Am Goldberg“ einen Baum stiften.

Mit besonderem Interesse folgten die Anwesenden den Ausführungen von Dr. Gerold Bönnen. Der Leiter des Wormser Stadtarchivs beschäftigt sich seit Jahren auch intensiv mit der Geschichte der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim und konnte einige interessante historische Fakten und Entwicklungen in unterhaltsamer Form vortragen. Er verwies auf die Fülle an Baudenkmälern, allen voran die Fleckenmauer und die Kirchen und erläuterte die einst herausragende Bedeutung der Möbelfabrik Merkel. Gerade der Unternehmer Philipp Merkel sei eine Persönlichkeit gewesen, deren historische Bedeutung noch aufgearbeitet werden sollte.

Nach den Reden auf der von der „Augenwaide“ festlich geschmückten Bühne, eröffneten sechs Tänzerinnen des Tanzateliers Myriam Ternis das Unterhaltungsprogramm. Es schloss sich der Männerchor der Chorgemeinschaft mit den Liedern „Oh Liebe“ und „Ich will zurück nach Fürstenfeld“ an. Vor der Pause stellte Beate Hess den 1250-Jahr-Wein vor, der von den Flörsheim-Dalsheimer Winzern gespendet und jedem Besucher zur Verkostung gereicht wurde.

Es folgte die Vorstellung des Heimatbuches, welches voraussichtlich in wenigen Wochen erhältlich sein wird. Ute Frey informierte mit kurzen Auszügen über jedes der 12 Kapitel. Für das große Engagement gilt der Dank der Ortsgemeinde den Mitgliedern des Arbeitskreises Karin Henn, Heinz Korst, Bruno Merkel, Eugen Möll, Tobias Rohrwick, Wilfried Strubel, Sylvia Stumm, Robert Teichmann, Brigitte Ternis und Awed Tschöke und besonders Ute Frey, welche die Leitung des Projekts übernommen hatte, sowie Norbert Kronauer für die Bildbearbeitung, Bruno Merkel für das zeitaufwändige Korrektorat und Klaus Brunk für die graphische Gestaltung.

Die Interessengemeinschaft Theater stellte sodann das Stück „Der Beerenfresser und die Lewwerworscht“ vor, welches auf humorvolle Weise zeigte, wie sich die beiden früher nicht immer wohlgesonnen Ortsteile über das Essen näher gekommen sein könnten - mittlerweile so eng, dass man eine Trennung bzw. Unterscheidung nicht mehr spüren kann. Den nächsten Programmpunkt bot der Chor der Knechte und Mägde, welcher Liedgut vortrug, welches sich mit den Geschehnissen des Mittelalters befasst. Der Chor steht unter der Leitung von Brigitte Mehlhase. Seine Proben hat er im Januar aufgenommen - aus Anlass des für September anstehenden Fleckenmauerfestes.

Die TSV-Tanzgruppe 50 + trug zu amerikanischer Musik einen flotten Tanz vor der das Publikum zum Mitklatschen animierte. Es folgte der erste öffentliche Auftritt von Vocalis 2002 unter der Leitung von Silja Rothe. Die Sängerinnen und Sänger durften mit den Liedern „Angels“ von Robbie Williams und „Right here waiting for you“ unter Beweis stellen, dass sie auch als Acapella-Chor das Publikum begeistern können. Das Scheuballett unter der Leitung von Rosemarie Wechsler, welche auch für die Choreographie verantwortlich zeichnet, bot einen Tanz zu einer irischen Volksweise. Die Liedvorträge „Bürgerlied“ und „Hiwwellied“ der aus Brigitte und Burkhard Mehlhase sowie Dieter Überall bestehenden Gruppe „Handgemacht“ krönten die Gesangsbeiträge des Abends genauso, wie die abschließende Tanzvorführung der unter der Leitung von Jenny Teichmann stehenden Gruppe „Break Ranks“.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein kalt-warmes Buffet angeboten und Stadtarchivar Dr. Gerold Bönnen hatte auch einen Vorschlag für das nächste Fest dabei: Im Jahr 768 erfolgte die Schenkung eines Weinbergs an das Kloster Lorsch. „Sie können also im Jahr 2018 1250 Jahre Weinbau in Flörsheim-Dalsheim feiern!“


Bild 1: Gemeinsam mit VG-Bürgermeister Ralph Bothe, seinen Amtsvorgängern
Emil Göhring und Gerhard Rohrwick und weiteren Ehrengästen präsentierte
Ortsbürgermeister Volker Henn den Jubiläumswein zur
1250-Jahr-Feier von Flörsheim-Dalsheim.


Bild 2: Der „Beerenfresser“ (Sylvia Stumm) und die „Lewwerworscht“ (Karin Henn)
stellten gemeinsam mit Ute Frey (v.l.) das neue Flörsheim-Dalsheimer Heimatbuch vor.