Frau Zink wird für ihr herausragendes Engagement im kirchlichen und sozialen Bereich, sowie ihr langjähriges bemerkenswertes Wirken zum Wohle ihrer Heimatgemeinde Flörsheim-Dalsheim, in der Brauchtumspflege und zur Stärkung der dörflichen Gemeinschaft geehrt.

Als jüngste Tochter des Schmiedemeister Georg Schreiber und seiner Frau Lina wird Jutta Schreiber in der Vordergasse 15 in Dalsheim geboren. Direkt schräg gegenüber besucht sie die Grundschule und später das Mädchengymnasium in Alzey. An der Handelsschule in Worms erwirbt sie die Mittlere Reife und bedauert, dass sie damit ihren Traumberuf Lehrerin nicht ergreifen kann.
 
Die Familie Schreiber betreibt das Schmiedehandwerk zu dieser Zeit bereits in der dritten Generation und im Nebenerwerb auch etwas Weinbau. Schon sehr früh entdeckt Tochter Jutta ihr Interesse an der Werbung für den heimischen Wein. Über Seminare der Gebietsweinwerbung erwirbt sie Fachkenntnisse und ist bundesweit bei Weinproben und Werbeveranstaltung für den Rheinhessenwein im Einsatz. Dabei kommt ihr die Freude am Umgang mit Menschen und ihre freundliche aufgeschlossene Art sehr zu Gute.

 
Bei der 1200-Jahr-Feier von Dalsheim im Jahre 1966 darf Jutta Schreiber als 1. Festdame an der Spitze des Festzuges in der offenen Kutsche durchs Dorf fahren und findet zunehmend Gefallen an repräsentativen Aufgaben. So muss sie auch nicht lange überlegen, als ihr der damalige Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Dalsheimer Winzer Willi Egerer vorschlägt, für das Amt der rheinhessischen Weinkönigin zu kandidieren. Nur äußerst knapp unterliegt sie bei der Wahl einer Mitbewerberin und ist ein Jahr lang – damals noch im standesgemäßen Dirndl – als rheinhessische Weinprinzessin 1968/69 bei unzähligen Weinfesten und Empfängen in der Region und im ganzen Bundesgebiet im Einsatz.
 
Aber auch den Wein der Dalsheimer Winzer und die Erzeugnisse des eigenen Betriebes bewirbt sie mit großem Engagement. So zum Beispiel beim Ausschank im Wonnegauer Weinkeller auf dem Wormser Backfischfest seit 1966 durchgehend bis heute und das in den Anfangsjahren noch an allen neun Festtagen! Aus praktischen Erwägungen der Eltern wäre als Ehemann nur ein Schmied oder ein Winzer in Frage gekommen. Die Wahl von Jutta Zink fällt schließlich auf den Landwirt Erwin Zink aus dem Odenwald. 1970 wird geheiratet. Im selben Jahr kommt Sohn Matthias zur Welt und 1972 folgt der zweite Sohn Stefan. Als die Nachbarn aussiedeln kann deren Hof erworben werden, was die seltene Gelegenheit einer Betriebserweiterung im engen Ortskern eröffnet. In den kommenden Jahren bauen Jutta und Erwin Zink das Weingut zum Vollerwerbsbetrieb mit umfangreicher Flaschenweinvermarktung aus. Während sich ihr Mann vorrangig um den Außenbetrieb und den Keller kümmert, widmet sich Jutta Zink mit großem Engagement der Vermarktung der eigenen Erzeugnisse, hat aber auch immer die gemeinsame Werbung aller Betriebe in Dalsheim und später in Flörsheim-Dalsheim im Blick. Sie gehört über die kompletten 27 Jahre dem Festausschuss des „Weinfestes am Dalsheimer Römer“ an und ist noch heute stolz darauf, dass ihr Betrieb als einziger vier Mal die Standarte des „Rodensteiners“ für den beliebtesten Wein des Festes überreicht bekommt.

Das Weingut Zink beteiligt sich über neun Jahre an allen „Flörsheim- Dalsheimer Weintagen“, nimmt von Beginn an an der bekannten „Frauen-Wein-Nacht“ teil, engagiert sich als Gründungsmitglied im Verkehrsverein Südlicher Wonnegau und bei der Trullo-Radwanderung und erhält die Zertifizierung als offizieller Messweinlieferant der Diözese Mainz. Letzteres ist wohl auch dem bemerkenswerten Engagement von Jutta Zink in der katholischen Kirchengemeinde zu verdanken. So gehört sie seit inzwischen 33 Jahren dem Pfarrgemeinderat an, übernimmt seit 8 Jahren den Besuchsdienst bei katholischen Mitbürgern in Dalsheim und der ProSeniore Residenz ab dem 70. Lebensjahr, pflanzt seit mehr als 30 Jahren die Blumen an der katholischen Kirche und pflegt das Grab von Pfarrer Jacobs und die Mariengrotte auf dem Kirchengrundstück.
 
Ab dem 8. Lebensjahr erhält sie zu Hause Klavierunterricht und besucht später drei Jahre lang jeden Samstag das bischöfliche Institut für Kirchenmusik in Mainz. Hier wird sie in Harmonielehre ausgebildet, erlernt das Spielen der Kirchenorgel und das Dirigieren. Beim „Großen Gebet“ am 5. Januar 1968 darf Jutta Zink zum ersten Mal die imposante Stummorgel in der Dalsheimer Pfarrkirche „St. Peter und Paul“ spielen. Seit diesem Tag, also inzwischen seit fast genau 45 Jahren ist sie als Organistin an jedem Sonn- und Feiertag, aber auch bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen im Einsatz. Vor 20 Jahren hat sie zusätzlich das Amt der Organistin auch in der Pfarrkirche St. Ägidius in Mölsheim übernommen. Wegen ihres Talents und ihrer großen Zuverlässigkeit ist Frau Zink außerdem regelmäßig als Aushilfe in den Gemeinden Abenheim, Gundheim, Gundersheim, Monzernheim und Westhofen, aber auch in den evangelischen Kirchengemeinden Flörsheim, Dalsheim, Bermersheim und Mörstadt tätig. Der Höhepunkt ihrer kirchenmusikalischen Laufbahn war es, als sie vor vier Jahren in der Wallfahrtskirche Walldürn an der großen Orgel mit vier Manualen einen feierlichen Gottesdienst begleiten durfte.
 
Nur mit Unterstützung der Familie und durch die Rücksichtnahme der Kunden, die eben erst nach den Gottesdiensten zur Weinprobe kamen, war es möglich, dass Jutta Zink darüber hinaus weitere Aufgaben und Ehrenämter übernahm. So leitet sie bis zur Gründung des Familiensingkreises eine Chorschola in der katholischen Kirchengemeinde, ist seit 40 Jahren Mitglied im andfrauenverein, davon 20 Jahre aktive Tänzerin im legendären „Scheu-Ballett“ von Rosemarie Wechsler, führt Weinkunden und Gäste der Gemeinde durch den alten Ortskern, auf die Fleckenmauer und über den jüdischen Friedhof und übernimmt viele kleine Pflegearbeiten in der Kirchen- und Ortsgemeinde. Seit August 1999 gehört sie darüber hinaus für die FWG-Fraktion dem Ortsgemeinderat Flörsheim-Dalsheim an und engagiert sich in Arbeitskreisen und Ausschüssen.
 
Es ist mir ein besonderes Anliegen und eine große Freude, Jutta Zink in Würdigung dieses herausragenden Engagements, ihres vorbildlichen Dienstes an der Allgemeinheit und des unermüdlichen Einsatzes für ihre Heimatgemeinde und den heimischen Weinbau mit der Verdienstmedaille der Verbandsgemeinde Monsheim auszuzeichnen.
 
6. Januar 2013
Ralph Bothe, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Monsheim